Wo stehe ich gerade? Was drückt mich? Gibt es bestimmte Dinge, bei denen mein Körper sich immer wieder meldet und signalisiert: da ist irgendetwas nicht in Ordnung? Gibt es überhaupt eine absolute Gesundheit? Gibt es bestimmte Krankheiten, mit denen ich leben lernen muss? In solchen Fällen kann ich nicht mit einer Genesung rechnen. Aber ich kann meinen Blick recourcenorientiert von der Krankheit weg richten hin zu meinen gesunden Anteilen. Aaron Antonovski sagt, absolute Gesundheit gibt es bei keinem Menschen. Es gibt gesunde und kranke Anteile. Hier müssen wir lernen, das Verhältnis möglichst zu optimieren. Wenn mir ein Bein amputiert wurde, bin ich nicht gesund. Aber ich kann trotzdem noch viel machen. Ich kann mich aber auch hinsetzen und sagen: „Jetzt kann ich nicht mehr laufen.“
Wo möchte ich hin? Wie sieht meine Vision von einem Leben mit mehr Gesundheit aus? Mit mehr Lebendigkeit, mehr Gelassenheit? Wenn ich meine Teilnehmerinnen ihre Visionen malen lasse, sind das immer Farben, die kommen. Wenn sie ihre momentane Situation beschreiben, ist diese zumeist ziemlich schwarz oder düster, es gibt viele Blitze und Regenwolken. Ihre Zielvorstellung hingegen ist immer voller Farben, sehr bunt, oft malen sie einen Fluss, eben weil sie wieder in Fluss kommen wollen.
Wenn ich aber schon weiß, wo ich hin will: was hindert mich dann? Warum mache ich mich dann nicht auf den Weg? Was hält mich davon ab? Welche Erfahrungen, welche Glaubenssätze stecken dahinter? Vielleicht kennen Sie solche Sätze: „Ich bin ein kranker Mensch. Ich bin nicht gut genug. Ich bin nicht fähig, mein Leben in die Hand zu nehmen.“ Es gibt viele dieser zentralen Sätze, die uns ganz schön im Weg stehen.
Welche Fähigkeiten habe ich, an die ich mich vielleicht nicht mehr erinnere? Die ich mal gehabt habe, die ich eventuell auch in irgendwelchen Krisensituationen entwickeln musste. Solche Fähigkeiten lassen sich häufig reaktivieren, um auf das eigene Ziel loszugehen. Das ist ein ganz individueller Weg. Sie definieren für sich selbst, was Sie als „gesünder“ definieren und wo sie hinwollen. Das Ziel kann zum Beispiel lauten: Weniger Schmerztabletten, überhaupt weniger Medikamente, mehr Lebensfreude, mehr Orientierung auf das Leben.